AHNENBRAND!

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AHNENBRAND!

Beitragvon Largo Ormand [EoT] » Fr 8. Sep 2017, 09:31

Ahnenbrand

Prolog
Es beginnt...



Kapitel 1. 10.09.3303
Partikel, kleiner als dass man sie mit den Augen sehen könnte, lösen sich von dem gewaltigen Gebilde, dass in der unendlichen Weite des Alls seine Kreise zieht. Beeinflusst von der Gravitation ändert sich die Bahn des Objekts. Unaufhaltsam.
Die Teilchen lösen sich seit Jahrmillionen. Doch Änderungen in der internen Wirkungsweisen des Gebildes ändern die Art der Teilchen. Und so rasen diese durch das All. Bereit, jedem von den Veränderungen zu erzählen, die sich ankündigen. Denn sie erzählen diese Geschichte...

Toluku, Foden Orbital. Forschungsstation. Ein Pipsen ertönt bei einem der Terminals. Rotblinkend leuchten Buchstaben auf dem Bildschirm auf. Die Sensoren zur Messung von Strahlungsschwankungen haben Teilchen registriert, die so gar nicht in das gewohnte Chaos des Weltraums passen. Ein Spektograph zeichnet eine Sinuskurve auf, die die Kräfte der eintreffenden Teilchen darstellt. Die Amplitude nimmt stetig zu.
Durch das Pipsen kommt Bewegung in den bisher so ruhigen Raum. Mehrere Wissenschaftler hetzen zum Terminal um sich die Ursache der außergewöhnlichen Meldung anzusehen. Mit großen Augen bemerkt Dr. Markus Stern, der leitende Astrophysiker vom Dienst die Strahlungsschwankungen. Er dreht sich zu seinem Assistenten um. "Jim, bitte kontaktiere das Büro des Hohen Rates der EoT. Da scheint sich was anzubahnen. Wir werden die einkommenden Daten schnellstmöglich auswerten müssen." Er atmete tief durch.
"Sag ihnen, dass alle anderen Projekte bis auf weiteres eingestellt werden. Jim, Sie werden sich da voll einbringen müssen und mir das Ergebnis in 48 Stunden liefern!"
"Dr. Stern" er sah seinem Vorgesetzten fest in die Augen." Sie bekommen sie in 36!"

"Gut".
Dr. Stern nickte.
"Dann möchte ich die aufbereiteten Daten in 21 Stunden!"


Kapitel 2 11.09.3303
20 Stunden und 48 Minuten später
Nachricht an alle Explorer on Tour, Freunde der EoT und Verbündete.
-Dringend-
"Werte Kollegen,
unser physikalisches Labor unter der Leitung von Dr. Markus Stern hat gewissen Anomalien festgestellt. Anomalien, die Grund zur Sorge sind. Er wird Euch per Videokonferenz seine Sicht der Dinge erklären. Ich erbitte die Aufmerksamkeit aller verfügbaren Commander im Bereich Toluku. Largo Ormand, Ende."

Auf den Commterminals der Schiffe der Commander erscheint ein blasser, Mitfünfziger mit verzausten Haaren. Er wirkt etwas müde. Kein Wunder, nachdem er mit seinem Team die letzte Nacht durchgearbeitet hat, um die Daten auszuwerten. Er versucht ein Lächeln, aber angesichts der tiefen Furchen in seinem Gesicht wirkt es eher wie eine verzerrte Maske. Er sortiert noch kurz ein paar Schriftstücke, die auf dem Tisch vor Ihm ausgebreitet liegen. Dann hebt er den Blick und richtet sich auf.
"Werte Kommandanten der EoT, liebe Kollegen.
Sonst beginne ich meine Ausführungen oft mit den Sätzen, dass ich mich sehr freue, Sie alle zu sehen. Allerdings sind die Ereignisse der letzten Stunden mir etwas aufs Gemüt geschlagen. Wie Sie vielleicht aus verschiedenen Nachrichtensendungen mitbekommen haben, bahnt sich in unserer Milchstraße ein Ereignis von interstellarer Größe an. Viele Zeitungen schreiben schon von den Wundern, die uns dadurch bevorstehen. Ich spreche von einer Hyper Nova oder einem hypernovaartigen Ausstoß, der laut unseren Daten aus dem Bereich von Eta Carinae kommt. Wie sie ja wissen, ist dieser B-Stern ein leuchtkräftig, blauer Veränderlicher, mit einer Größe von 100- 200 Sonnenmassen. Die bisherigen Meldungen sprechen von mehreren Wochen bis Monate, bis das Ereignis stattfindet. Ich bin mir da aber nicht sicher. Obwohl ich das als Wissenschaftler sein sollte."

Er machte eine kurze Pause und nahm ein Schluck Wasser aus einem bereitgestellten Glas. Dr. Stern stand auf und ging zu einem Projektor, der Eta Carinae zeigte.
"Was die bisherigen Meldungen aber nicht erwähnt haben ist, dass die Drehachse des Sterns Eta Carninae sich verändert hat. Die Strahlungswelle der Explosion wird sich in einer bestimmten Ebene ausbreiten. Das ist nichts Ungewöhliches. Aber, auf dem Weg, den die Welle nehmen wird, wird durch verschiedene Konstellationen anderer Sternensysteme eine gewisse Verstärkung stattfinden. Wir können mit der heutigen Technik zahlreiche Sonnenstürme vorhersagen, sowie man vor 1300 Jahren das Wetter auf der Erde vorhersagen konnte. Verschiedene Sonnenstürme auf verschiedenen Zentralgestirnen führen zu einer Verstärkung der Welle. Daraus wird nach unseren Berechnungen eine Gammastrahlung 3.Ordnung entstehen, die mit Materie auf verheerende Weise wechselwirkt. Diese wird auch Lactron Strahlung genannt, nach deren Entdecker 2941. Diese Welle wird sich zu einem Strahl bündeln, um ein vielfaches stärker werden und sich zu uns bewegen."
Er startete die Simulation auf dem Projektor. Zu sehen war eine Hypernova, deren Strahlungswelle sich langsam ausbreitete. In Richtung der Blase allerdings verstärkte sich das Signal zunehmend zu einem konzentrierten Gammastrahl 3.Ordnung. Dieser schoß auf die von Menschen besiedelten Räume zu.
Das Bild zoomte in die Galaxie hinein, sodass man den Strahl mittlerweile genau sehen konnte, wie er sich zwischen den bewohnten Systemen bewegte.
Jeder fragte sich, was wohl das Ende sein würde.
Und da.
Der Strahl steuerte in der Unendlichkeit des Alls eine kleine blaue Perle an.
Die Erde.

Dr. Stern wandte sich wieder an die Commander an den Bildschirmen.
"Meine Damen meine Herren,
es scheint, dass aller Unmöglichkeit zum Trotz, die Erde vor einem ernsten Problem steht."
Auf dem Bildschirm hinter ihm sah man den Gammastrahl 3.Ordnung auf die Erde treffen und diese... schillerte in den grellsten Orangetönen, als es sie zerriß.
Kein Wort oder Laut war zu hören.

"Ich gebe zurück an Largo Ormand".

Das Bild wechselte in einen anderen Raum, dort sah man Ormand vor einem Fenster stehen. Hinter ihm waren nur Sterne zu sehen.

"Die Wiege der Menschheit scheint in Gefahr. Wir haben uns beraten und sind zu einem Schluss gekommen. Wenn wir etwas tun sollen, etwas tun können, dann nur vor Ort. Ich habe Dr. Stern gebeten mit uns zu kommen, um alle Möglichkeiten auf dem Weg zu prüfen.
Ich denke, es ist es Wert, die Welt unserer Ahnen zu retten. Es ist wichtig für unsere Geschichte. Für unsere Identität.
Wir wollen nicht, dass die Erde in Brand gerät und ausgelöscht wird. Daher werden wir alle Kräfte benötigen, die verfügbar sind! Der Aufruf ergeht an alle Mitglieder der EoT genauso wie an die Verbündeten und alle interessierten Commander. Egal welche Größe das Schiff hat, jedes kann unterstützen.[/color]

Operation "Ahnenbrand" hat begonnen!"

"Es werden morgen genauere Informationen an Euch weitergeleitet, damit ihr Euch und Eure Crews sowie die Schiffe auf dieses Unterfangen vorbereiten könnt. Bitte sorgt dafür, dass die Schiffe in den nächsten drei Wochen einsatzbereit sind."

Damit nickte Largo Ormand nochmals in die Kamera und das Bild wurde schwarz.


Kapitel 3 12.09.3303
Die Sonne dreht wie jeden Tag ihre Runden und zeigt sich am Firmament. Die Menschen auf der Erde begrüßen das Licht, wie sie es seit Jahrtausenden gemacht haben. Aber wie lange noch?

Auf den Schiffen der EoT gehen die sehnlichst erwarteten Informationen zur aktuellen Lage ein.
Wie werden die erforderlichen Maßnahmen lauten?

Die Nachricht aus Foden Orbital hat folgende Punkte zum Inhalt.

Werte Kollegen, liebe Explorer,

nach mehreren Beratungen werden wir folgendes tun.
Dr. Stern teilte mir mit, dass eine neue Art der Strahlungsrückkopplung eine Möglichkeit wäre, das Unvorstellbare abzuwenden. Wir werden es wie so oft in der Geschichte der Menschheit der Natur nachmachen. Dazu entwickeln er und sein Team ein Modell für eine entsprechende Apparatur. Die natürlich noch nie erprobt wurde. Die Starforce 1 wird dem Team an Wissenschaftlern als Labor dienen und die Mannschaft nach Eta Carinae bringen, um notwendige Schritte zeitnah und vor Ort umsetzen zu können. Dazu wird es notwendig sein, einige Ressourcen und Materialien mitzuführen.
Wir werden uns mit einer Vielzahl an Schiffen Richtung Eta Carinae aufmachen. Die Strecke von ca. 7639 Ly sollten wir mit zwei geplanten wissenschaftlichen Unterbrechungen zur Koordination in knapp 2 Wochen meistern können. Dazu sind von jedem Teilnehmer noch einige Vorbereitungen zu treffen. Unter anderem ist es notwendig, folgende Rohstoffe von jedem mitzuführen:
2 Tonnen Kupfer
1 Tonne Silber
1 Tonne Atmosphärenprozessoren
1 Chemische Destillerie

Weitere Informationen dazu werden wir Euch zum Start der Operation mitteilen.
Die Angelegenheit mit der Toluku Peoples Party im August hat gezeigt, dass bei manchen Projekten eine gewisse Zurückhaltung anbebracht ist. Daher ist ein stilleres Vorgehen angemessen. Sabotageakte können nicht gänzlich ausgeschlossen werden. Schnelligkeit und Heimlichkeit sind unsere Verbündeten.
Wir splitten daher die notwendige Ressourcen auf alle verfügbaren Schiffe auf und führen die Materialien am Bestimmungsort zusammen.


Zur Information und weiteren Veranlassung:
Die Flotte wird am Montag, den 02.10.17 gegen 20.30 Uhr von Toluku aufbrechen.


Kapitel 4 16.09.3303

Seit zwei Tagen gab es eine Ankündigung, die durchaus Einfluss auf den Verlauf der Operation haben könnte. Die ersten Stimmen munkelten von einer großen Rückkehr der Thargoiden, eine Alienrassen, mit denen die Menschheit vor einigen Jahrzehnten schon zu "kämpfen" hatten.
Largo Ormand saß in seinem Büro in Foden Orbital und sah sich die Rückmeldungen an. Wirklich großartig, wie viele Kommandanten sich bereit erklärt hatten, bei der Operation "Ahnenbrand" mitzuwirken.
"Wirklich toll dieser Zusammenhalt in der Gruppe!" sagte er leise zu niemand bestimmten.

Es klopfte an der Tür.
"Herein"
Die Tür ging auf und seine Assistentin machte die Tür einen Spalt weit auf.
"Mr. Ormand, die Herrschaften von der Laborabteilung wären soeben eingetroffen"
Ormand erhob sich aus dem Sessel und ging zur Tür.
"Bitte sie herein. Danke"
Die Tür schwang auf und Dr. Markus Stern kam herein. Hinter ihm folgten zwei weitere Personen, die sich im Büro neben Stern aufstellten.
"Guten Morgen Markus" freute sich der Kommandant den alten Freund zu sehen.
"Habt ihr Euch etwas erholt nach den Meldungen über die Hypernova?"

"Ja" entgegnete Dr. Stern lächelnd. "Wenn mann weiß, was zu tun ist, fällt es leichter, es zu tun. Aber ich möchte Dir kurz meine Cheftechniker vorstellen, damit Du weisst, wer noch alles an Bord der Starforce 1 sein wird."
Er hob den Arm und stellte die Person rechts von ihm vor.
"Das ist Viona Tomani. Sie wird die Zusammenführung der Komponenten für den Resonanzverstärker leiten und bei der Inbetriebnahme des Prototyps helfen."
Die 32-jährige Frau hatte schwarze Haare, die ihr bis zwischen die Schulterblätter ragte. Ein sehr hübsches Gesicht mit einer geraden Nase und braunen Augen. Sie trug unter dem weißen Labormantel einen beigefarbenen Hosenanzug mit weißer Bluse, der so gar nicht in ein Labor passen wollte. Dafür hatte sie der Praxis entsprechend nur leichte Crocs für die viele Arbeit im Stehen angezogen.
"Es freut mich sehr, Sie kennenzulernen Commander Ormand" sprach sie mit weichen Stimme und italienischem Akzent.
"Ganz meinerseits Mrs.Tomani" gab Ormand zurück und streckte ihr die Hand hin.
Sie hatte einen festen Händedruck.

Markus Stern beugte sich zu der anderen Person hin.
Hier ist mein Assistent den Du bereits bei uns gesehen hast. Dr. Jim Carter, der die leitende Funktion der Analysen inne hat.
"Hallo Herr Ormand, was für ein Schlammassel, was?"
Jim Carter gehörte zur Stammbelegschaft um Dr. Stern und war von Anfang dabei, als es um die Überwachung von Eta Carinae ging. Er war Anfang Vierzig und hatte noch volles dunkelbraunes Haar. Er trug immer einen kurzen Kinnbart und hatte ein beständiges und gewinnendes Lächeln im Gesicht, so als ob die Geschehnisse um ihn herum nur eine netter Zeitvertreib wären. Unter seinem Labormantel konnte man ein abgetragenes T-Shirt einer Gruppe mit Namen "Metallica" sehen. Also wirklich sehr alte Musik.

"In der Tat Jim" nickte ihm Largo Ormand zu und gab ihm die Hand.
"Aber wir werden alle unser Möglichstes tun, dem ein Ende zu bereiten... oder eben nicht."

An Markus gewandt sprach der Kommandant weiter.
"Ihr wisst sicherlich, dass die Nachrichten der Rückkehr nicht unbedingt förderlich für unsere Unternehmung ist?
Wir werden uns etwas anders aufstellen müssen, um eventuellen Kontakten begegnen zu können. Es ist wichtig zu wissen, dass wir grundsätzlich ohne Waffengewalt auskommen wollen und dem Fremden gegenüber aufgeschlossen sind.
Allerdings möchte ich ungern eine fehlende Erwiderung bei einer möglichen, sagen wir "Missinterpretation" der anderen Seite bereithalten. Ich habe daher gerade die Order ausgegeben, sich zusätzlich mit einer Bewaffnung auszustatten. Die Lasertechnik könnte zur Verzögerung ausreichen. In leichter Ausführung müsste genügen, da wir die Expeditionsschiffe nicht zu schwer machen wollen. Es bleibt natürlich jedem Commander selbst überlassen, wie gut die Schiffe bestückt werden. Eine Forschungsflotte mit entsprechenden Begleitschiffen scheint in diesen Zeiten angebracht."

"Na das könnte ein nettes Feuerwerk werden" lachte Jim und Dr. Stern konnte sich ein Grinsen nicht ganz verkneifen.


Kapitel 5 23.09.3303


Im Hangar sah man das majestätische Schiff in leuchtend weißem Glanz erstrahlen. Rund um den Rumpf waren bereits einige Vorrichtungen aufgebaut, um die Beladung des Schiffes abzuwickeln. Seit den frühen Morgenstunden fuhren die gelben Transporter ein ums andere Mal zum Hangar, um benötigte Nahrungsmittel, Medikamente und technisches Gerät für die Crew herbeizuschaffen. Die Lager wurden gefüllt, die letzten Checks am Schiff absolviert. Nur noch einzelne Module mussten auf ihre Funktionsfähigkeit geprüft und manchesmal angepasst werden.
Largo Ormand sah aus dem Fenster des Towers dem munteren Treiben zu. Nur noch gut eine Woche bis zum Start der Operation. Vor sich hielt er die Teilnehmerliste in Händen und studierte die Namen der eingetragenen Kommandanten. Manche, mit denen er bereits weite Reisen unternommen hatte. Kollegen, mit denen er zusammen Walhalla Port errichtet hatte. Freunde, mit denen er die eine oder andere Gefahr bewältigen konnte. Und auch Einige, die zum ersten Mal dabei waren. Die sich für diese wichtiges Mission entschieden hatten. Ein Lächeln stahl sich auf seine Lippen, dachte er an die gewaltige Unterstützung bei diesem Unternehmen.

"Computer" wandte er sich an seinen Communicator.
"Auf Empfang" kam eine tiefe Stimme aus den Lautsprechern.
"Bitte sende folgende Mitteilung an die Teilnehmer der Operation:
Werte Freunde und Kollegen,
ich habe eure Bestrebungen und euren Willen die letzten Tage mitverfolgt, wie ihr das Beste aus Eurem Schiff herausgeholt habt. Viele Unwägbarkeiten sind zu bedenken und nicht alle Eventualitäten können abgedeckt werden. Aber die Vielfalt der teilnehmenden Schiffe macht die Flotte jetzt schon zu etwas Einzigartigem!
Um Euch bei den Vorbereitungen zu helfen, hier noch ein paar kurze Informationen, die Ihr an Eure Techniker weitergeben könnt:

- Zur Absprache innerhalb der Operation "Ahnenbrand" dient der[/color] Discordkanal der EoT
https://discord.gg/gHt6jcP
- Bitte programmiert eure Schiffe mit folgendem Flugmodus während den Treffpunkten:[/color] Gruppe elitedangerous.de
- Für die verschiedenen wissenschaftlichen Stops ist es ratsam, mindestens einen SRV an Bord zu haben.
- Fighter sind dabei kein Pflichtprogramm

Damit wünsche ich Euch noch eine erfolgreiche Woche mit den Vorbereitungen. Sobald neuere Erkenntnisse aus dem Labor von Dr.Stern bekannt sind, werde ich Euch diese zukommen lassen.
Nachricht Ende!"

"Versandt!" bestätigte der Computer.

Largo Ormand sah der Beladung der Starforce 1 weiter zu.



Kapitel 6 01.10.3303, 20.32 Uhr
Die letzten beiden Wochen waren ein Dutzend Ingenieure, Techniker und Astrophysiker damit beschäftigt, eine sinnvolle Verhinderung der Zerstörung der Erde zu ersinnen. Aus allen Bereichen des Imperiums, der Allianz und der Förderation steuerten die besten Köpfe ihre Beiträge bei. Wieder und wieder wurden verschiedene Szenarios entwickelt und wieder verworfen.
In den letzten Tagen reifte ein Plan...
Es würde nur mit sehr viel Glück gelingen.
Dr. Markus Stern saß vor seinem Rechner und ging die neuen Zahlenkolonnen durch. Die Ausstöße der Gammastrahlen 3. Ordnung von Eta Carinae wurden stärker. Er rechnete im Model den weiteren Verlauf durch.
Ja. Es sah so aus, als ob sich ein hypernovaartiger Ausstoß anbahnte. Ein paar Tage vielleicht. Aber er wusste, irren ist menschlich. Er veränderte einige Parameter ins Konservative und ließ eine weitere Überprüfung durchgehen.
Er starrte gespannt auf den Bildschirm. Im Halbdunkeln des Labors spiegelte sich die Oberfläche des Rechners als grüner Schimmer auf seiner Brille.
Da erschienen die Zahlen, die er mit konzentriertem Blick anstarrte.
Das also würde der Zeitpunkt sein, an dem sich das Unheil anbahnte...

Er drückte ein paar Tasten und sandte die Zahlen an das EoT-Hauptquartier, sowie an alle Schiffe der teilnehmenden Flotte ganz oben auf den Informationsterminal.


Foden Orbital, 01.10. 22.14 Uhr
"Werte Kollegen, Largo Ormand hier"

Eine Eilmeldung ergeht an alle Commander am Vorabend der Abreise.

"Wie Euch nun bekannt ist, haben wir einen Zeitrahmen, bis ein hypernovaartiger Ausstoß anstehen soll. Der morgige Abflug wird ohne große Verabschiedungszeremonie stattfinden. Wir werden uns zusammen aufmachen, um an exakt dem berrechneten Moment vor Ort zu sein.

Wie mir Dr. Stern mitgeteilt hat, sind für den Bau des Strahlenapparates, besser gesagt für einen Resonanzverstärker noch einige Materialien notwendig. Wir benötigen Eisen und Zirconium, dass bereits mit erhöhter Gammastrahlung 2. Ordnung versetzt ist. Berechnungen zufolge werden die ersten schwachen Wellen der Gammastrahlen 2. Ordnung auf dem Planeten 3 A im System NGC 4463 Sector DG-O D6-12 in ein paar Tagen eintreffen. Das System befindet sich ca. 3400 Ly von Toluku entfernt. Jeder Teilnehmer wird dort 3 to Eisen und 1 to Zirconium zu sammeln haben. Da nur die bestrahlten Rohstoffe eine bestimmte Zeit ihren vollen Nutzen behalten, werden wir zum richtigen Zeitpunkt dort sein müssen.
Zur Sammlung und Lagebesprechung werden wir uns bei den Koordinaten 35,0731 / 113,2651 am 05.10. um 20.30 Uhr treffen.
Alle sonstigen wissenschaftlichen Erkenntnisse, die auf der Reise gewonnen werden, können von jedem Einzelnen selbstverständlich wie üblich für Universal Cartographics gewonnen und abgegeben werden.

Wir sehen uns dann am morgigen Abend zum Start. Die Startfreigabe wird nach Rücksprache erteilt. Jedes teilnehmende Schiff hat sich in Foden Orbital auf dem Landepad bereitzuhalten.

Viel Glück Commander!
Die Wünsche aller Zivilisationen begleiten Euch!"


b]Kapitel 7 05.10.3303[/b]
In den letzten Tagen gab es ein eifriges Treiben im Labor an Bord der Starforce 1. Dr. Stern ging fieberhaft die Unmengen an Daten durch, die laufend aktualisiert wurden. Die letzten Modellrechnungen würden in wenigen Augenblicken beendet sein. Der letzte Test bevor es ernst wurde.
Müde nahm er eine Kaffetasse zur Hand und gönnte sich einen Schluck. Wie so oft zuvor. Wenn das alles vorbei war, musste er seinen Konsum deutlich zurückfahren. Die 3 Kannen am Tag waren einfach nicht gesund für ihn. Aber was war schon gesund hier? Seit Tagen war er in diesem Schiff eingesperrt, ohne Möglichkeiten, sich die Beine zu vertreten. Kein "Landgang" war geplant, geschweige den eine Pause auf einem unwirtlichen Brocken Stein. Aber heute würde die Flotte den ersten Einsatzort für die Gewinnung der Bodenproben erreichen. Das war zumindest ein kleiner Lichtblick.
Die Anzeige auf seinem Rechner zeigte das Ende des Modellaufs.
Er verschluckte sich fast und setzte die Tasse hektisch ab. Es sah gut aus. Wenn man das in der jetzigen Situation behaupten konnte.
Schnell nahm er die Ergebnisse auf sein mobiles Gerät mit und lief Richtung Offiziersmesse.

"Ist das Dein Ernst Markus?"
Largo Ormand sah sich die Ergebnisse des letzten Tests ungläubig an.
"Wie hoch ist die Chance, dass es funktioniert?"
Markus Stern wippte auf den Fußballen, so wie er es immer machte, wenn er aufgeregt war. Er fuhr sich mit fahriger Bewegung durch das Haar, das strähnig an seinem Schädel klebte. Gesund sah er nicht aus, nach den durchwachten Nächten.
"Die Chance auf einen Sechser im Lotto ist wohl annähernd genauso hoch." lachte er ungewöhnlich schrill.
Largo fixirte ihn über den Rand des Mobilrechners.
"Mit oder ohne Zusatzzahl?"
Dr.Stern sagte nichts dazu und zuckte die Achseln.

"Na Bravo", dachte sich Ormand. "Damit lässt sich arbeiten".
Er gab Markus Stern das Gerät zurück und schaute ihn fragend an.
"Markus, erkläre mir bitte, wie wir das bewerkstelligen sollen"

"Also", begann Markus aufgeregt.
"Wir werden die mitgebrachten Chemischen Destillerien mit einer speziellen Software füttern, die ich eben die letzten Tage getestet hatte. Darin werden verschiedene Mechanismen in Gang gesetzt, um einen Impulsgeber zu kreieren. Der Impulsgeber wird eine weitere Welle an Gammastrahlen 3. Ordnung anstoßen. Mir ist es gelungen, einen Strahl zu, sagen wir extrahieren."
"Ok" nickte Largo Ormand dem Wissenschaftler zu. "Und was hat das zu bedeuten?"

Ganz eifrig und aufgeregt nahm Dr.Stern einen Block und Stift zur Hand.
"Hier, ich zeig es Dir. Es handelt sich um einen Prozess, den mein Team und ich die letzten Tage erprobt haben. Natürlich nur in kleinsten Einheiten und unter kontrollierten Bedingungen."

Largo lächelte etwas. "Du weisst, die Bedingungen haben wir hier nicht. Dort draußen herrscht Chaos!"

"Ja nun" entgegnete Stern.
"Es bleibt von den Gegebenheiten gleich. Nur eben mit einer gewissen Größe und Dimension.
Du musst Dir den Vorgang ungefähr so vorstellen. Man nimmt eine gewisse Substanz und stellt daneben einen Spiegel auf. Ich nenne den Vorgang "Orbisierung", von Orbis, dem lateinischen Wort für Spiegel. Man könnte jetzt sagen, man greift in den Spiegel hinein und nimmt die gespiegelte Substanz daraus hervor. Es handelt sich um das Gleiche und ist doch eigenständig. Das funktioniert natürlich nur auf der Ebene der 3. Ordnung an Gammastrahlen.
Die Versuche haben ergeben, dass die beiden nicht identisch sind sondern eher wie magnetische Pole zueinander oder voneinander strömen." Ich nenne sie eben Gammastrahlen 3. Ordnung mit heller Ausrichtung und dunkler Ausrichtung. Du kannst Dir vorstellen warum?"

"Ja, durchaus. Die dunkle Ausrichtung interagiert mit dunkler Materie...."

"Präzise!" ruft Dr. Stern begeistert. In den letzten Dreihundert Jahren ist die Wissenschaft der dunklen Materie sehr nahe gekommen. Aber die Aufzeichnungen ergaben bisher nichts Greifbares."
Aber jetzt... sieht die Sache anders aus."
Ein Glanz trat in die Augen des Wissenschaftlers und er starrte ins Leere.
"Dass könnte ein Durchbruch der modernden Wissenschaften sein. Und meiner.... der Nobelpreis!" flüsterte er.

"Ok Markus, soweit die theoretischen Hintergründe. Ich verstehe jetzt auch, warum Du Dir keine Pause mehr könnst. Aber ganz ehrlich, Du siehst nicht gut aus. Das macht Dir ziemlich zu schaffen."
Er sah seinen alten Freund eindringlich an.
Markus schüttelte den Kopf. " Nicht jetzt. Erst muss diese Mission vollendet werden. Ich muss sehen, ob der Versuch im Großen funktioniert."

Largo nickte vorsichtig und zuckte mit den Schultern. "Also gut, wie gehts dann weiter?"


"Die Destillerie wird mit dem Atmosphärenprozessor gekoppelt um eine gerichtete Atmosphäre Richtung Stern zu erreichen. Das Kupfer und Silber dient dabei als Trägerstoff, in dem die Teilchen der Destillerie "Fahrt" aufnehmen können. Die genannten Komponenten können einfach aus dem Schiff entfernt werden, die programmierte Destillerie fügt alles zusammen. Fertig ist der Impulsgeber. Dieser Impulsgeber kann einen aufkommenden Sonnensturm verstärken und zwar als Gammastrahlen 3. Ordnung mit dunkler Ausprägung. Wir wissen, wo die Sonnenstürme entstehen werden, die sich zur Achse Eta Carinae und Erde richten. Wir wissen wann sie voraussichtlich stattfinden. Alles, was wir tun müssen ist, den Effekt zu verstärken und eine Gegenwelle zu initiieren. Jedes Schiff wird dabei seinen eigenen Impulsgeber setzen. Wir brauchen mehrere, um überhaupt eine Wirkung erzielen zu können.
Der Schnittpunkt aller initiierten Strahlen liegt genau auf der Achse Eta Carinae und der Erde auf halber Höhe vom Statue of Liberty Nebel. Und dort sollten die Strahlen auf den hyperartiger Ausstoss treffen. Dann heisst es, nur noch abwarten."
"Ja, nur ist gut." schüttelte Largo Ormand den Kopf. Die Entfernung liegt bei gut 800 Ly. Es dauert also eine Weile, bis wir ein Ergebnis sehen.
"Wo sind die besten Stellen dafür?"

Markus Stern nahm seinen portablen Rechner zur Hand und fuhr mit dem Finger über die GalaxyMap.
"Hier", und zeigte auf den Statue of Liberty Nebel.
"Dort können geeignete Sterne gefunden werden, die über anstehende Sonnenstürme zum richtigen Zeitpunkt verfügen. Allerdings werden nur größere Sterne genügend große Erruptionen entwickeln. Das heisst, jedes Schiff unserer Flotte muss einen B-Stern oder A-Stern im Bereich des Nebels anfliegen und dort besagte Materialien im Normalraum in der Nähe der Orbitallinie abwerfen."

Largo schaute ihn zweifelnd an.
Markus ballte die Fäuste zusammen.
"Wir haben nur diese Chance. Andere wird es nicht geben. Ist der Gammastrahl 3.Ordnung erstmal unterwegs, gibt es keine günstigen Konstellationen an Sonnenstürmen mehr, um etwas zu erreichen."
"Was werden wir den Erreichen, wenn es gelingt Markus?"

"Die Impulsgeber sollen die anstehenden Sonnenstürme verstärken. Diese sind auf die Achse Eta Carinae- Erde gerichtet. Wir werden die Impulsgeber erst zünden, wenn wir vor Eta Carinae stehen. Dort werden wir nochmals einen Resonanzverstärker installieren, der die von Eta Carinae ausgestrahlte Strahlung potenziert und in eine helle Ausrichtung zwingt.
Damit sollte es gelingen, den hypernovaartigen Sturm zu neutralisieren, sodass eine gewöhnliche Gammastrahlung 1. Ordnung entsteht. Von dieser wissen wir, dass sie nicht mit Materie interagiert."

"Klingt fast zu einfach Markus". Largo nickte.
"Ok, gib diese Informationen an unsere Flotte hinaus. Dazu folgende Order:

Zur Lagebesprechungen und Erfolgsmeldung treffen wir uns im System Statue of Liberty Sector DL-Y D26 1A bei den Koordinaten 49,460 / 116,061 am 09.10. um 20.30 Uhr. Das sind 2653 Ly von hier.
Bis dahin sollen die Commander ihre Impulsgeber an einem der genannten Sterne vor Ort installieren.

Markus stand noch immer da.
"Ist noch was Markus?"
"Ja, wir werden für den Ressonanzverstärker eine Überladung des Kraftwerks herbeiführen müssen. Dazu benötigen wir aber eine indirekte Energieaufladung. Und das wird nur möglich sein, wenn wir die gesamte Flotte mit einbeziehen." Dr. Stern überreichte eine Skizze dem Kommandanten.
Largo nickte, "Also gut, beim nächsten Treffpunkt werden wir das Manöver üben müssen."



Kapitel 8 09.10.3303
Der Löffel kreiste noch dreimal, bis er ihn aus der Kaffeetasse nahm. So machte er es seit dem Studium. Ach, was hatte er schon von diesem köstlichen Gebräu getrunken. Wahrscheinlich Tonnen. Jim nahm die Tasse zum Mund und bließ nochmals kräftig hinein. Er nahm einen vorsichtigen Schluck und sah aus dem Fenster auf den Krater. Dort waren bereits die ersten Schiffe der Flotte vor Ort. Andere würden die nächsten Minuten eintreffen. Die ersten Erfolgsmeldungen wahren auch schon zu verzeichnen. An die 23 Impulsgeber waren von den Flottenmitgliedern bisher verteilt und installiert worden. Während der letzten Tage schien die Nervösität zuzunehmen. Kein Wunder, nachdem es nur noch drei Tage waren, bis zum großen Knall. Und sie hatten noch 1762 Ly vor sich, bis sie zu dem großen veränderlichen Stern Eta Carinae kamen. Die Starforce 1 und alle anderen Schiffe setzten Hypersprung an Hypersprung aneinander und erreichten heute den Statue of Liberty Nebel. In Richtung ihres Zieles sah man noch den Eta Carina Nebel. So wunderschön in der Dunkelheit zwischen Orionarm und Sagittarius Arm. Neben sich spürte er eine Bewegung und er drehte den Kopf ein wenig. Dort stand Viona Tomani und blickte ihn an.
"Hey Jim. Du bist ja schon früh wach. Wenn man das hier früh nennen kann." Sie blickte wieder aus dem Fenster auf Deck 3, wo ihre Unterkünfte waren. Sie hatten noch 15 Minuten bis zum Dienstbeginn.
Er sah sie sich an. Nicht unattraktiv, dachte er sich. Unter Ihrem roten Rollkragenpulli und der blauen Jeans zeichnete sich ein überaus athletischer Körper ab. Ihre weiblichen Rundungen kamen durch ihr Outfit gut zur Geltung.
"Ja, die Tage und Nächte haben hier keine Bedeutung. Ständig wechseln wir die Systeme. Ständig gibts neue Tageslängen. Das macht mir Kopfschmerzen."
Er schüttelte den Kopf, als wolle er den Druck entfernen.
"Wie stehen die Wetten zur Zeit?" fragte sie.
Jim drehte sich zu ihr um und lachte. "Ha! Der Pott wird langsam größer. Im Moment stehen 123.000 Cr im Raum. Ich bin gespannt, wer das Rennen macht."
Sie sah ihn nachdenklich an. "Nun, eine Seite wird gewinnen. Es gibt nur zwei Möglichkeiten. Entweder wir schaffen es oder wir schaffen es nicht."
Jim legte ihr die Hand auf die Schulter und grinste. " Dann, meine Liebe, hoffe ich auf die 1. Möglichkeit. Denn sonst hätte ich ja gar nicht die Chance, die Credits auszugeben! Komm, der Dienst fängt gleich an. Lass uns runter zum Labor gehen."
Sie nahmen die Treppen. Der Aufzug wäre zwar vorhanden, aber hier nutzte man jede Gelegenheit, zu Fuß zu gehen. Viele Möglichkeiten blieben dazu ja nicht.
"Viona, darf ich Dir eine Frage stellen?" Jim ging neben ihr und versuchte ein paar Dinge loszuwerden, die ihm schon die letzten Tage durch den Kopf gingen.
Sie sah ihn mit einem Lächeln an und nickte ihm aufmunternd zu. "Aber sicher".
"Du bist die letzten Tage fast nicht mehr im Labor anzutreffen, sondern immer wieder mit dem Kommandanten im Lagerraum. Warum?"
Sie schielte zu ihrem Kollegen hin "Eifersüchtig?" gab sie verschmitzt zurück.
Man konnte sehen, wie er tief Luft holte. "Also, nein! Natürlich nicht! Was meine Kollegin in ihrer freien Zeit macht, kann mir doch egal sein"
Die übertriebene Gleichgültigkeit, sagte aber etwas gänzlich anderes aus.
"Weisst Du Jim. Wir haben nur die Vorbereitungen für unsere Ankunft durchgesprochen."
Sie musste grinsen. Das war nur die halbe Wahrheit. Insgeheim hatten sie und Largo mehr Zeit im Lagerraum verbracht, als notwendig gewesen wäre. Sie konnte regelrecht spüren, wie sich ihr Herzschlag beschleunigte, wenn er in der Nähe war. Und nach seinen Blicken zu urteilen, blieb sie ihm auch nicht verborgen. Die letzten Tage hatten sie nicht nur mit Analysen und Tests verbracht. Mehr und mehr tauschten sie sich über ihr Befinden und Hoffnungen aus.
"Es geht dabei um die Zusammenführung der Materialien, die die anderen Schiffe an Bord haben. Wir haben eine Raffinerie und auch Sammeldrohnen hier. Dort vor Eta Carinae muss es dann schnell gehen, um die abgeworfenen Materalien zu verarbeiten. Daraus und mit den im Labor entwickelten Materalien werden wir den Ressonanzverstärker erstellen und vor Eta Carina in Position bringen. Und dann..." Sie stockte kurz.
"Und dann hoffen".



Largo Ormand saß in der Pilotenkanzel und blickte auf die ankommenden Schiffe, die majestätisch über den Boden schwebten. Noch immer hatte diese Weite hier draußen eine Faszination für ihn. Diese grenzenlose Schwerelosigkeit, die sie umgab.
Und doch brauchte ein Mensch einen festen Ort, auf dem er stehen kann. Wie die Erde... Um sich den Ernst der Lage immer vor Augen zu führen, hatte er den Countdown bis zum "Ahnenbrand" auf die Bedienungsfläche vor sich projeziert.
Es war nicht mehr viel Zeit.
Er hatte das Gefühl, seinen Freunden und Kollegen noch ein paar wichtige Dinge sagen zu müssen, je näher der letzte Tag kam. Die Informationen, die er gerade eben vom Labor bekommen hatte, sollten ihn beruhigen.

Soviel konnte aber noch schief gehen. Es war an der Zeit, die Anderen zu informieren.
Das Akustiksignal leuchtete grün, als er ins Mikrofon sprach.
"Guten Abend Kollegen und Freunde der EoT.
Vor wenigen Augenblicken habt ihr weitere Informationen zu den nächsten Schritten bekommen. Wir ihr an den Daten unschwer ablesen könnt, liegt unser nächster Halt direkt bei Eta Carinae. Es ist eine einmalige Chance, dieses atemberaubende Gebilde der Astronomie zu bestaunen. In Anbetracht der vorherrchenden Lage ist mir durchaus bewusst, dass ein Annähern gewisse Risiken birgt. Von daher möchte ich Euch zu diesem Zeitpunkt die Gelegenheit geben, Eure persönliche Entscheidung zu treffen. Wenn, dann ist jetzt der Zeitpunkt gekommen, umzukehren und nach Hause zu fliegen. Oder ihr geht mit uns bis zum... Ende.

Zum Bündeln der Materialien und der Errichtung des Resonanzverstärkers wird die Flotte nochmals an einem Punkt zusammenkommen. Es ist wichtig, dass alle Schiffe rechtzeitig da sind, um den Impuls zum Zeitpunkt der Hypernova oder des

hypernovaartiger Ausstoßes abgeben zu können. Dazu steuern wir am 12.10. um 20.30 Uhr den Normalraum vor Eta Carinae an. Eine entsprechende Instanz wird von den ersten ankommenden Schiffen geöffnet.

Danach... machen wir uns bereit für den letzten Schritt dieser Operation.
Fliegt sicher Kommandanten!"


Kapitel 9
Eta Carinae, 12.10.3303, 21.05 Uhr.


"Es gibt ein Problem!"
Die Berechnungen von Markus Stern lagen auf dem kleinen Tisch in der Offiziersmesse der Starforce 1. Largo Ormand beugte sich ein wiederholtes Mal über die Aufzeichnungen. Es brauchte nur eine kleine Lampe in dem Raum, da von Außen durch das Panoramafenster der blaue Schein des Zentralgestirns hereinleuchtete.
Mit gesenktem Haupt presste er zwischen den Zähnen hervor.
"Und es gibt keine andere Möglichkeit?"
Im Hintergrund stand Dr. Stern und ballte die Fäuste. "Wir brauchen mehr Energie. Das Überladungskraftwerk der Starforce 1 reicht dafür nicht aus. Eine indirekte Energieaufladung wird zu wenig sein. Die Turbulenzen der Strahlungswellen so nah an Eta Carinae machen ein indirektes Energiefeld zunichte. Die einzige externe Energiequelle, die wir jetzt nutzen können, ist die entprechende Bewaffnung der Flottenmitglieder. Direkt!"
Largo sah Markus ungläubig an.
Dieser nickte nur ganz leicht und flüsterte:
"Es ist nur möglich, wenn wir die Strahlen bündeln und auf die Starforce richten. Nur dann gibt es genug Energie für den Verstärker.
Man sah, wie es im Kopf des Kommandanten arbeitete.
"Und das Schiff hält dieser Belastung stand?"
Der Wissenschaftler biß sich auf die Lippen und blies etwas Luft zwischen den Lippen hervor. Schweißperlen bildeten sich auf seiner Stirn, die von strähnigen Haaren umrahmt war. Seine Augen lagen in tiefen Höhlen und die Ringe darunter hätten dem Saturn alle Ehre gemacht.
"Wir werden sehen müssen, wie gut unsere Schilde dem Energieinput trotzen können. Maximale Leistung wird erforderlich sein. Es kann natürlich während der Übertragung zu Systemausfällen kommen."
Markus zögerte und sah seinem Freund und Kommandanten in die Augen:
"Auch der Erhaltungssysteme."

Falten bildeten sich um die Augen und die Lippen waren zu einem Strich zusammengepresst. Ormand fasste einen Entschluss.
"Also gut. Das heisst, wir haben nicht mehr viel Zeit."
Er drehte sich zum Aussichtsfenster um und sah die letzten Schiffe ihre Position für das "Sternmanöver" einnehmen.
"Gebt den Befehl, den Resonanzverstärker aufzuladen.
Weitere Steuerungsmechanismen auf mein Pad. Die Schaltung verläuft manuell. Ich werde es selber tun. Und das Schiff ausrichten.

Anweisungen an die Flotte:
Schiffe ausrichten!
Ich wiederhole, Schiffe direkt auf die Starforce 1 ausrichten!
Waffensysteme bereitmachen!
Bereithalten zum Feuern!"

Die Bestätigungen der anderen Schiffe kamen sehr zögerlich an.
Langsam drehten die ersten Schiffe ihre Front Richtung Starforce 1. Mehr und mehr kamen in Bewegung und schoben ihren Bug Meter für Meter auf das weißglänzende Schiff zu. Die Waffenhalterungen von 43 Schiffen waren auf die Cutter gerichtet.
Ormand sah aus dem Fenster wo die Schiffe wie auf einer Perlenschnur vor der Starforce im Raum standen. Er biss sich auf die Zähne, seine silbernen Augen hatten einen blauen Glanz durch das reflektierende Licht von Eta Carinae angenommen.
"DASS könnte ungemütlich werden"

"Alle Anderen gehen jetzt von Board. Rettungskapseln bereitmachen und evakuieren in T-7 Minuten.
Eine Kapsel bleibt an Bord."

"Ich bleibe hier Largo!" Markus stand noch immer hinter ihm.
Der Kommandant dreht sich zu ihm um und mustert ihn. "Wenn die Erhaltungssysteme abfallen, bleiben nur Minuten bis uns der Sauerstoff ausgeht. Je weniger Personen an Bord, umso länger reicht er."
"Du verstehst das nicht. Das ist mein Projekt! Meine Forschungen!" Markus Hände zitterten.

"Ich verstehe das. Aber wenn wir Erfolg haben wollen, müssen wir diese Schritte gehen. Sollte es funktionieren, kommt ihr wieder an Bord und wir feiern."

Markus stand mit zusammengepressten Lippen vor ihm und ballte die Fäuste. Er rührte sich nicht.

Largo sah ihm tief in die Augen.
"Markus, als Dein Freund wünschte ich mir, dass Du bleibst. Das wir das zusammen durchstehen. Aber als Dein Kommandant befehle ich Dir zu gehen!"

Ein Blitzen in den Augen von Markus war zu sehen, seine ganze Gesichtsmuskulatur war angespannt.
Dann sackten seine Schultern nach vorne und er drehte sich stumm um. Seine Schritte verhalten im Gang hinter der Offiziersmesse.
Der Kommandant begab sich schleunigst zur Brücke und nahm auf seinem Pilotensitz Platz. Er fuhr eilig mit den Fingern über die Tasten der Bedienkonsole und gab in rascher Abfolge mehrere Kommandos an die Flotte weiter. Alle Schiffe, egal ob Unterstützer oder Schadensausteiler wurden dabei mit einbezogen.

Die Anzeige bis zum Ahnenbrand zeigte nur noch 18 Minuten.
Die Rettungskapseln sollten jetzt das Schiff verlassen haben.

"Computer, erbitte fortlaufende Mitteilung vom Zustand des Resonanzverstärkers und der Schilde."
Flottenmitglieder!
Feuer!"
Ein Beben erschütterte die Starforce 1. Gewaltige Energien trafen das Schiff. Die Signale für die Schilde begannen zu blinken.

Die Schiffs KI gab die aktuellen Werte wieder:
"RV bei 18% Überladungserfüllung, Schilde bei 82 %"

"Feuer!"
Ein weiterer Stoß traf das Schiff, sodass Gläser und Teller in der Küche zu Bruch gingen. Der Kommandant wurde nochmals durchgeschüttelt.
"Lagebericht!"

"RV bei 34% Überladungserfüllung, Schilde bei 54%" vermeldete die KI.

"Evakuierungsstatus!"
5 bemannte Rettungskapseln haben das Schiff verlassen,
1 unbemannte Rettungskapsel hat das Schiff verlassen,
1 unbemannte Rettungskapsel an Bord.

"Markus!" dachte sich Ormand und sprang aus dem Pilotensessel auf und nahm die mobile Steuerungseinheit mit.
"Beschuss fortführen!
Unterstützungsschiffe, Bergung der Rettungskapseln erbeten!"

Er wandte sich um und lief aus der Brücke zum Treppenabgang Richtung Labor, das eine Ebene tiefer lag.
In diesem Moment krachte die nächste Salve in das Schiff.
Largo taumelte und rutschte auf der Treppe aus, sodass er nach vorne stürzte und mit Händen und Knien gleichzeitig aufschlug. Ein Schmerz schoß in sein linkes Knie und er stöhnte auf.
Die Beleuchtung ging plötzlich aus. Das einzige Licht gab der nahestehende Stern Eta Carinae ab, der die silberne Innenverkleidung gänzlich in bläuliches Licht tauchte. In kurzen Abständen leuchteten an den Wänden die roten Signallampen auf, um zu zeigen, das Systemausfälle zu verzeichnen waren. Auf Händen und Knien gestützt, atmete Largo einmal, zweimal tief ein und aus.

Die KI des Schiffes meldete sich wieder.
"RV bei 56% Überladungserfüllung, Schilde bei 28%".

Er erhob sich und testete das Bein. Gut, auftreten konnte er, laufen war schwierig. Aber es ging. So humpelte er weiter und sah 20m vor sich die Tür zum Labor.
Offen.
Als er dort war, schob er sich langsam zur Türkante und spähte um die Ecke.
Dort war Markus über dem Ressonanzverstärker gebeugt, der an das Energiesystem des Schiffes angeschlossen war. Er kontrollierte die Energieeingaben und steuerte die Zuleitung. Diese waren zwei große Kabel, die in die Wand verschwanden.
Largo ging zwei Schritte in den Raum hinein und stellte sich hinter Markus.
"Markus, was tust Du da?"

Der Wissenschaftler wirbelte herum und sah ihn feindselig an.
"Lass mich in Ruhe Largo! Ich muss das hier überwachen und zu Ende bringen. Nicht Du, nicht irgendwer! Ich! Das ist allein meine Entdeckung!"

Largo ging noch einen Schritt auf ihn zu. "Und das bleibt auch so. Du und Dein ganzes Team. Und los komm jetzt. Du musst hier raus!"

"Nein!" schrie Dr. Stern. Er war außer sich vor Wut und Angst. Er warf sich nach vorne und wollte Largo umrempeln. Dabei schoß ein Schatten am Kommandanten vorbei und traf den Wissenschaftler. Dieser taumelte zurück und hielt sich am Verstärker fest.
"Miss Tomani", keuchte er. "Sie überschreiten hier eindeutig ihre Befugnisse."
"Was ist hier eigentlich los?!" dachte sich Largo, der völlig perplex vom Auftauchen der Cheftechnikerin war.

Viona, baute sich vor Markus auf.
"Dr. Stern, hier geht es um mehr. Wir müssen der Erde helfen nicht zu verglühen. Darum sind wir hier. Nicht wegen dem Ruhm."

Markus sah sie hasserfüllt an.
Er fletschte die Zähne und warf sich nach vorne.

"Feuer!"
In diesem Moment lies ein weiterer Schlag das Schiff erbeben, das sich dadurch zur Seite neigte. Largo konnte sich auf den Beinen halten da er das Kommando gab, aber Viona warf es zur Seite. Markus taumelte weiter durch seinen eigenen

Schwung getragen an Largo vorbei.
Er ruderte mit den Armen um das Gleichgewicht zu halten, aber es half nichts. Er krachte mit dem Kopf voran an die gegenüberliegende Wand.

Die KI meldete sich wieder.
"RV bei 78% Überladungserfüllung, Schilde bei 0%, Hülle bei 82%" Systemschäden an Energieverteilung und Lebenserhaltung"
Restdauer Sauerstoff 3 Minuten 22 Sekunden".
Hypernovaaustritt in 5 Minuten und 12 Sekunden.

"Verdammt!" Largo sprang sofort zu Markus, aber der unnatürlich abstehende Kopf verhieß nichts Gutes. Mit offenen Augen lag Dr. Stern an der Wand und starte ins Nichts. In die Unendlichkeit.
Largo schloß die Augen.

Hinter ihm ertönte ein Stönen. Ormand richtete sich auf, mit einem letzten Blick auf seinen Freund und drehte sich zu Viona um. Er durchmaß den Raum mit wenigen Schritten und beugte sich zu ihr.
"Bist Du verletzt?" Er tastete an den Gliedmaßen entlang. Es schien nichts gebrochen.
Sie schüttelte den Kopf um die Benommenheit verfliegen zu lassen. An der rechten Schläfe sah man eine Schürfwunde, etwas Blut lief ihr die Wange hinab.
"Na Du gehst aber ganz schön ran. Meinst Du, dass ist jetzt der richtige Augenblick dazu?"

Largo schüttelte den Kopf. " Nicht doch, ich wollte nur sehen, ob alles in Ordnung ist.
Viona, wir müssen hier raus. Die Erhaltungssysteme machen nicht mehr lange mit."
Er zog sie hoch und legte ihren linken Arm um seine Schultern.

Da erst sah Viona Dr.Stern an der Wand liegen.
"Oh mein Gott! Ist er..." gab sie voller Schreck von sich.

"Ja"
"...wir können nichts mehr für ihn tun."
Largo nickte seinem alten Freund noch einmal zu und zog Viona mit sich.

"Computer, Lagebericht Sauerstoff!" setze Ormand an, während er Viona aus der Tür bugsierte und mit ihr Richtung Rettungskapseln abbog.
"Restdauer Sauerstoff 2 Minuten 15 Sekunden
Hypernovaaustritt in 4 Minuten 05 Sekunden"

Die beiden konnten kaum rennen, sodass sie in schnellem Schritt weiter gingen. Sie mussten das Treppenhaus nehmen, da der Aufzug nicht mehr funktionierte. So schnell es ging, machten sie sich daran, die Stufen zu überbrücken, um zwei Stockwerke tiefer zu gelangen.
Als sie aus dem Treppenhaus traten, war es sehr dunkel hier unten. Ohne Fenster war nur noch die rote Notbeleuchtung zu erkennen, die immer auf und abpulsierte.
"Komm schnell Viona, wir haben noch eine Chance. Allerdings wird die Sache anders ausgehen als gedacht. Die Hülle wird bei den nächsten Treffern zusammenbrechen und das Schiff zerreissen. Die Energie für den RV ist aber noch nicht bei 100 %. Ich werde die Energie des Beschusses zu 100 % auf den Resonanzverstärker umleiten.
Ich bringe Dich in die Rettungskapsel."

Während sie weiterhumpelten gab Largo keuchend neue Anweisungen.
"Computer!
Nachricht an Flotte:
Bereithalten für anhaltenden Beschuss!

Lagebericht!"

"Restdauer Sauerstoff 0 Minuten 45 Sekunden
Hypernovaaustritt in 2 Minuten 35 Sekunden"

Sie sah ihn mit tränennassen und geweiteten Augen an. "Es ist nur noch eine Kapsel da, richtig?"
Largo sah ihr tief in die Augen und nickte. "Ja" hauchte er.

Sie erreichten den Vorraum zu den Rettungskapseln. Dort war ein Terminal, der alle Anzeigen für die Buchten zeigte. Sechs rote Lichter und eine Grüne. Die Rettungskapsel 1, die für den Kommandanten bestimmt war hatte den Namen Retka 1.
Er drückte den Knopf und mit einem Zischen öffnete sich die Luke zur Kapsel.
Schnell sprang Viona hinein und drehte sich noch einmal um. Mit offenem Mund sah Sie den Kommandanten an.


..."Machs gut meine Schöne!"
Er drückte auf den roten Knopf, der den Beschuss durch die Flotte einleitete.


Spoiler:
Epilog

Ein gewaltiges Aufblähen der Oberfläche von Eta Carinae war zu dem vorher berrechneten Zeitpunkt zu sehen. Gefolgt von einem Anstieg der absoluten Helligkeit, sodass nur noch die Sensoren der Schiffe das Ereignis "sehen" konnten. Gewaltige Energien wurden freigesetzt, während die Helligkeit abnahm. Es sah aus, als würde Eta Carinae wieder schrumpfen.
Die Wolke aus Gammastrahlen machte sich auf den Weg. Und war nach kurzer Zeit durch eintreffende Sonnenstürme zu einer Lacronstrahlung, also eine Gammastrahlung 3. Ordnung gewandelt worden.
Wenige Lichtsekunden entfernt stand die Flotte der Ahnenbrandmission im Normalraum und verließ die Explosionsebene. Als die Strahlung heranraste, drückte Largo Ormand auf den roten Knopf. Die gesamte Flotte feuerte. Die abgegebene Energiestrahlen der Schiffe wurden von der Energieverteilung der Starforce 1 in den Resonanzverstärker umgeleitet. Das Schiff konnte der Belastung nicht standhalten und explodierte in einem großen Funkenregen. Erst dadurch konnte der Resonanzverstärker die nötige Energie aufbringen.
Dabei wurde tatsächlich das Signal der Gammawellen durch die Orbisierung mit einer dunklen Ausrichtung versehen.
Sie hatten es geschafft!

"Machs gut meine Schöne!"

Largo Ormand sah aus dem Fenster der Retka 1 und hielt noch immer den Signalgeber in der Hand. In seinen Augen spiegelte sich noch immer die Detonationswolke der Starforce 1.
Hinter ihm sah Viona über seine Schulter. Sie legte ihm die rechte Hand darauf.
Er drehte sich um, sah sie lange an. "Wir habens geschafft"

Sie konnte es kaum fassen. Als Sie bei den Rettungskapseln ankam, hielt sie das Unternehmen für verloren. Und Ihn.
Aber sie konnte ihren Augen kaum trauen, als sie die Retka 1 sah. Eine kleine, mobile Kommandoeinheit, die Platz für eine Liege bot und zumindest so etwas wie ein Kommandoterminal davor. Zu zweit war es zugegeben etwas beengt, aber es ging. In der 1,5 mal zwei Meter großen Kapsel fand sich zudem eine medizinische Einheit sowie ein Ver-und Entsorgungsbereich.
Auf dem Computerterminal sah man die Gammawelle ihren vorbestimmten Weg einschlagen und Richtung Blase ziehen.
Daneben leuchtete der Communicator auf. Ormand drückte die Empfangstaste.

"Hier Lemberg, Nachrichtenoffizier von Foden Orbital. Commander Ormand bitte kommen!"

Es verstrichen drei Sekunden.

"Hier Lemberg, Nachrichtenoffizier der Foden Orbital. Commander Ormand bitte kommen!"

Largo beugte sich über das Mikrofon.
"Hier Ormand, auf Empfang."

"Gott sei Dank Commander Ormand, Sie leben!
Wie ist ihr Status? Benötigen Sie Hilfe?"

"Status gesund, Frau Tomani ist mit mir an Bord der Retka 1. Unmittelbare Hilfe nicht vonnöten.
Lassen sie mich kurz eine Nachricht an die Flotte richten:
Commander! Wir haben es geschafft! Wir haben diese ungewisse Operation zu Ende gebracht. Wir haben die Chance unserer Zeit genutzt. Jede Generation muss die Zeit nutzen, wie es ihr gegeben ist. Hoffen wir, dass zukünftige Generationen sich dieser Operation mit ihren Verlusten erinnern werden. Mein Dank gilt allen Teilnehmern dieses Unterfangens!"

In diesem Moment zog Viona Largo am Ärmel. Er drehte sich zu ihr um. Sie sah ihn nicht an sondern fixierte einen Punkt außerhalb des kleinen Fensters.
Er folge ihrem Blick und konnte den Blick nicht abwenden.
Eta Carinae strahlte wie seit Millionen von Jahren. Als ob nichts geschehen wäre.
Viona flüsterte "Es war ein hypernovaartiger Ausstoß, der aber die Substanz des Sterns nicht angriff. Eta Carinae wird uns also weiter erhalten bleiben." Sie sah Largo in die Augen. "Das ändert aber nichts an den Flactronstrahlen, die nun unterwegs sind. Wir können nur noch hoffen. So, wie die Generationen nach uns."

Der Nachrichtenoffizier meldete sich wieder.
"Das freut mich zu hören. Bitte geben Sie uns Ihre Position durch, dann senden wir ein Unterstützungsschiff."
Largo wendete sich zum Com Pult um und wollte den Tracker drücken.

In dem Moment fasste Viona seine Hand und hielt sie über dem Knopf fest.
"Noch nicht" hauchte sie.
Viona zog Largo im blauen Licht des gewaltigen Sterns zu der Liege.

Aus dem Lautsprecher hörte man Lemberg.
"Commander Ormand, Ihre Position bitte!"

"Hallo?"

Haaallooo??"

"..."



Die Erde, New York, 12. Oktober im Jahre 4184, 20.15 Uhr

Seit Generationen schon feierte der Zentralrat der Erde einmal im Jahr das Sternfest, benannt nach Dr. Stern, der die Gammaausrichtungen in der 3.Ordnung entdeckte. Ihm und der Ahnenbrandflotte war es vor nunmehr 881 Jahren gelungen, Impulsgeber in den Tiefen des Alls zu installieren und eine bis dahin nie gekannte Technik zum Einsatz zu bringen. Weitere Entwicklungen auf dem Gebiet der Orbisierung konnte bis dato nicht wieder errungen werden, da die meisten Erkenntnisse mit Dr. Stern untergingen. Dieser war beim Versuch, den Resonanzverstärker vor Eta Carinae in Betrieb zu nehmen leider verstorben. Posthum wurde ihm der Nobelpreis für Physik verliehen.

Nun war also der Tag gekommen, an dem sich bewahrheiten sollte, ob die Mission von Erfolg gekrönt war. Das Ahnenbrandmuseum in New York, in dem jedes Schiff der damaligen Flotte und dessen Kommandanten in plastischen Modellen vorgestellt wurde, war heute bis zum letzten Platz gefüllt. Hier konnte man die gesamte Mission aus dem Jahre 3303 in verschiedenen Holodecks nacherleben.
Das Highlight war ein originalgetreuer Nachbau der Starforce 1, die im zentralen Saal des sternförmigen Museums ihren Platz fand.

Im Hauptsaal waren bereits einige Tribünen aufgebaut. Alle Plätze waren voll. Die TV Sender der Erde übertrugen das heutige Geschehen auf alle Bildschirme der Erde. Heute würden die Gammastrahlen von Eta Carinae und die aus dem Statue of Liberty Nebel, mit den Impulsgebern verstärkt, zusammen treffen. Heute würde sich entscheiden, ob die Erde weiter für annähernd 34 Mrd. Menschen Heimat bliebe oder ob all die Menschen umgesiedelt werden mussten.
Weit draußen flogen die Gammastrahlen der hellen und dunklen Ausrichtung aufeinander zu. Näher und näher kamen sie sich. Lichtjahr um Lichtjahr brachten sie hinter sich und verringerten den Abstand... und dann.... näherten sie sich einander an. 5...4...3...2...1
Mit einem gewaltigen, interstellaren und nicht von Menschen fassbaren "Plopp" verbanden sich die Strahlen.
Und die 3. Ordnung war gelöst, so wie es vor vielen Jahrhunderten von Dr. Stern vorausgesagt wurde.
Die gewöhnliche Gammastrahlung flog weiter, stellte aber keine ernsthafte Bedrohung mehr dar.

Auf der Bühne.
Eine gebeugte, weisshaarige Frau betrat mit langsamen Schritten die Bühne. Applaus brandete auf und die anwesenden Menschen innerhalb und außerhalb des Museums standen auf. Catherine Ormand, Ururenkelin des damaligen Flottenkommandanten der Ahnenbrandflotte war am heutigen Tage als Vertreterin der astronomischen Gesellschaft hier um ihre Worte an die Welt zu richten und das Ergebnis der Operation Ahnenbrand zu verkünden.

"Liebe Anwesenden, werte Mitbewohner unseres Planeten!

Vor so vielen Jahren hatte die Flotte Hoffnung geschürt für die Menschen. Für Generationen, die sich immer dem Umstand bewusst waren, dass eines Tages der Tag der Entscheidung anstehen würde. Dieser Tag ist heute. Die Männer und Frauen dieses Unternehmens hatten Unglaubliches geleistet. Wir werden Ihnen wie jedes Jahr am 12. Oktober danken.
Ich möchte nicht länger um die Ergebnisse der Operation herumreden."

Mrs. Ormand nahm ein Kouvert aus der Tasche und öffnete dieses. Dort lag ein gelber Zettel mit nur wenigen Worten.
Ihr Blick war darauf gerichtet. Sie las die Worte und einzelne Tränen rannen über ihre Wange nach unten.
Sie hob den Blick zu der versammelten Menschenmenge und sprach ins Mikrofon.
"Sie hatten es geschafft!"

Ein Brüllen und Donnern war zu hören als tausende Menschen vor Freude schrien. Die restlichen ihrer Worte waren nicht mehr zu hören.


___________________________________________________________________________________________________________________________________
Ergänzende Angaben:
Teilnehmerliste

Sternmanöver

Das "Ahnenbrand-Siegel":
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Operation Ahnenbrand
Zuletzt geändert von Largo Ormand [EoT] am Fr 13. Okt 2017, 07:25, insgesamt 37-mal geändert.
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Re: AHNENBRAND!

Beitragvon Dan Stargazer » Fr 8. Sep 2017, 09:37

Ahnenbrand? Hab ich was verpasst? :?
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Re: AHNENBRAND!

Beitragvon Guy De Lombard » Fr 8. Sep 2017, 09:39

Largo, was willst Du uns damit sagen :?:
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Re: AHNENBRAND!

Beitragvon gwydion [RoA] » Fr 8. Sep 2017, 09:40

Alkoholismus ist, nach empirischen Erhebungen, ein erhebliches Problem bei Explorern.
:sm45:
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Re: AHNENBRAND!

Beitragvon 1st.BoneS [RoA] » Fr 8. Sep 2017, 09:41

Aufmerksamkeit Defizit Syndrom nennt man sowas.

:sm32:
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Re: AHNENBRAND!

Beitragvon Luchslistig » Fr 8. Sep 2017, 09:41

gwydion [RoA] hat geschrieben:Alkoholismus ist, nach empirischen Erhebungen, ein erhebliches Problem bei Explorern.
:sm45:

nicht nur bei denen, ich kenne da so spezielle Leutchen, bei denen das nicht anderoas ist :D
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Re: AHNENBRAND!

Beitragvon gwydion [RoA] » Fr 8. Sep 2017, 09:43

Dann bist Du ja quasi doppelt betroaffen, Luchs :mrgreen:

:sm45: :sm25:
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Re: AHNENBRAND!

Beitragvon 1st.BoneS [RoA] » Fr 8. Sep 2017, 09:43

Stimmt. Was so ein Luchs alles weg schluckoroan kann geht auf keine Kuhhaut.

:sm25: :sm25: :sm25:
Zuletzt geändert von 1st.BoneS [RoA] am Fr 8. Sep 2017, 09:53, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: AHNENBRAND!

Beitragvon Luchslistig » Fr 8. Sep 2017, 09:45

Erwischt!!! :sm2: :sm12:

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Re: AHNENBRAND!

Beitragvon Largo Ormand [EoT] » Fr 8. Sep 2017, 09:49

Geduld meine Freunde. ;)
Der Timer läuft.

Witzig wer da alles auf Brände und Schnäpse kommt. :sm2:
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