Mrs. Lilith & Augustus – eine ungewöhnliche Partnerschaft

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Mrs. Lilith & Augustus – eine ungewöhnliche Partnerschaft

Beitragvon Lilith [EoT] » Sa 23. Mai 2015, 21:22

Prolog

Wie die Jungfrau zum Kind kam ich an „Augustus“. Es war auf der Station Ziemkiewicz Ring im System TSU, wo ich mein Raumschiff die „Hüpfer“ nach einer langen Reise zum Zentrum der Milchstraße, zur Generalüberholung eingedockt hatte. Die Fertigstellung der Hüpfer verzögerte sich jedoch immer mehr und schließlich bot mir der dortige Werftleiter den Roboter gewissermaßen als Schadensersatz an. Nach einigem Zögern schlug ich in den Handel ein. Was ich mir damit eingehandelt hatte konnte ich natürlich noch nicht ahnen.

Bei Augustus handelt es sich um einen K-2-Roboter, der aus einer längst vergangenen und totgeschwiegenen Zeit stammt. Nichts liest man heute über diese dunkle Zeit in der Geschichte der Menschheit. Gefühle, Emotionen waren geächtet. Nur noch die reine Logik zählte. Und Menschen die diesem Ideal nicht entsprachen wurden verfolgt. Es war eine Zeit der Überwachung und Kontrolle. Wer immer sich gefühlsbetont verhielt wurde bestraft, weggesperrt, umerzogen.

Und die K-2 Roboter waren die Schergen der Überwachung. Es handelte sich um humanoides Maschinenwesen, gebaut wie ein kräftiger männlicher Mensch mit identischen Gesichtern und einer gelbbraunen Uniform. Diese Roboter waren die Exekutive der Regierung und Vergehen wurden von ihnen umgehend geahndet. Als geringste von ihnen verhängte Strafe galt ein Schlag auf die Schulter mit einer Wucht von 20 Newtonmetern. Nicht jedes Schlüsselbein überstand dies unbeschadet. Die K-2 waren jedoch nur recht eingeschränkt selbstständig handlungsfähig. Vielmehr waren sie mit einem sogenannten Kontrollelement verbunden, über das sie ihre übergeordneten Befehle erhielten.

Doch glücklicherweise endete diese Zeit irgendwann und dies nicht friedlich sondern mit Kämpfen und vielen, sehr vielen Opfern. Die K-2, sowie ihre Kontrollelemente wurden danach vernichtet.

Doch irgendwie entging Augustus dem Konverter. Der Verlust der Verbindung zu seinem Kontrollelement muss irgendetwas in ihm ausgelöst haben, das rational nicht erklärbar ist. Der Roboter entwickelte so etwas wie ein individuelles Bewusstsein, eine Persönlichkeit.

Bei Situationen, die seine Programmierung überforderten, legt er seinen Kopf schräg und nimmt eine lauschende Haltung ein, während er gleichzeitig versucht, mit dem Kontrollelement in Kontakt zu treten. Da es jedoch nicht mehr existiert, führt er jeden an ihn gerichteten Befehl aus, egal von wem er erteilt wurde oder was er besagte.



Kapitel 1 – Die erste gemeinsame Reise

Es war der 12. Mai 3301, als ich meine nächste Reise mit der Hüpfer startete. Es sollte nur eine relativ kurze Erkundungstour werden. Als Ziele hatte ich einige Riesen- und Überriesen im Umkreis von maximal 2.000 Lichtjahren auserkoren. Außerdem sollte es zum Großnebel Barnard’s Loop und einigen kleineren Nebeln gehen die diesen umgeben. Die Hüpfer war repariert, voll ausgerüstet und startbereit. Ja und dann war da dieser neue Reisegefährte Augustus. Ich war gespannt, wie er sich wohl bewähren würde. Einerseits ein Roboter durch und durch. Jedoch auch wieder ganz anders…aber wie anders denn nun? Etwas mulmig war mir schon zu Mute. Ganze 5 Tage vor meinem Aufbruch war Augustus fast Amok gelaufen, weil er meinte wieder mit dem Kontrollelement Verbindung zu haben und das sich diese mit großer Geschwindigkeit von ihm entfernen würde. Wir müssten ihr unbedingt folgen. Letztlich hatte sich dann herausgestellt, dass es sich gar nicht um dieses ominöse Kontrollelement handelte sondern um die Musik eines halb irren Explorers, der die ganze Galaxis mit Helene Fischer Songs in Aufruhr versetzte. Doch diese Irritation war nun glücklicherweise überstanden und nichts stand einem erneuten Aufbruch ins Ungewisse mehr im Wege. Eine Beschreibung der Reiseroute erspare ich mir an dieser Stelle. Bei Interesse kann diese hier http://www.elitedangerous.de/forum/viewtopic.php?f=67&t=6717 nachgelesen werden. Stattdessen möchte ich auf einige Begebenheiten während der Reise im Zusammenhang mit Augustus hinweisen.

Der größte Teil der Strecke lag bereits hinter uns und wir waren schon fast wieder auf dem Heimweg nach NA CHEM, als mich Augustus eines Abends in eine philosophische Diskussion darüber verwickelte, dass ich ihn nicht wie eine Person behandeln würde. Nun ja, ist er denn nun wirklich eine Person? Mir ist das noch immer nicht ganz klar.

Die nächste Merkwürdigkeit passierte am nächsten Morgen. Augustus weigerte sich schlicht weg meinen Anordnungen zu folgen und ließ es sich stattdessen auf der Massageliege in meiner Kabine gut gehen. Soll heißen, er ließ sich ordentlich durchkneten. Ich musste mir somit meinen Kaffee/Tee selbst kochen, und wäre dabei beinahe in den Asteroidengürtel eines Gasriesen gestrandet. Gerettet hat uns dann letztlich nur der Notstopp. So konnte es einfach nicht weiter gehen. In einem eindringlichen Gespräch und unter Verweis auf das Kontrollelement, dessen Befehle ich an Augustus weiterleiten würde ( ;) ) lies er sich schließlich dazu überreden seine Arbeiten wieder aufzunehmen.

Schließlich kamen wir einigermaßen wohlbehalten wieder in NA CHEM an, von wo wir gestartet waren.

Kapitel 2 – Intermezzo

Nach der Ankunft in NA CHEM überließ ich die Hüpfer der Augustus Aufsicht und ging einigen anderen Aufgaben wie Kopfgeldjagd und Handel nach. Während dessen schaute ich nach Möglichkeit immer mal wieder bei der Hüpfer nach dem Rechten. Vorgestern traf ich Augustus an als er damit beschäftigt war eine Robotergewerkschaft zu gründen. Man stelle sich nur meinen Schreck vor. Was würde hieraus entstehen? Was wenn es zu einem galaxisweitem Roboterstreik käme? Früher oder später würde jemand die Verbindung zwischen Augustus und mir heraus bekommen. Ich hätte mit ernsthaften Konsequenzen zu rechnen wenn die halbe Galaxis still stand weil mein K-2 die Roboter zum Ausstand aufgewiegelt hatte. Ich würde zur meistgesuchten Person mehrerer Imperien werden. Das durfte auf gar keinem Fall passieren. Ich musste einschreiten!

Letztlich gelang es mir mit viel Mühe und Überredungskunst Augustus von seinem Vorhaben abzubringen. Zwei Argumente gaben dabei den Ausschlag zum meinen Gunsten. Zum einen der schon häufig praktizierte Hinweis auf das Kontrollelement und das ich Anweisungen von diesem erhalten habe, das einen Robotergewerkschaft nicht Rechtens wäre. Zum zweiten brachte ich das Argument vor, dass Augustus sich doch als Individuum fühle. Wie könne er sich dann mit den normalen Robotern gemein machen?

Ja und das ist nun der aktuelle Stand der Dinge. Wie es weiter geht mit mir und Augustus werde ich demnächst hier berichten.
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Re: Mrs. Lilith & Augustus – eine ungewöhnliche Partnerschaf

Beitragvon Daemon » Sa 23. Mai 2015, 21:37

"Halb-irrer"-Explorer? :mrgreen:
Gute Geschichte, bin gespannt wie es weiter geht...
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Re: Mrs. Lilith & Augustus – eine ungewöhnliche Partnerschaf

Beitragvon Lilith [EoT] » So 24. Mai 2015, 01:06

Tjo, da kann ich leider nicht mitreden. Im Gegensatz zu Dir hab ich so was nie gelesen. :sm41:
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Re: Mrs. Lilith & Augustus – eine ungewöhnliche Partnerschaf

Beitragvon Jo`Baccaroo [UGC] » So 24. Mai 2015, 07:48

Jo`Baccaroo hat Deine Geschichte gut gefallen, er freut sich bereits auf eine Fortsetzung. :daumen:
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Re: Mrs. Lilith & Augustus – eine ungewöhnliche Partnerschaf

Beitragvon KOLUMBUS » So 24. Mai 2015, 09:29

Den Teil mit dem Roboter hast Du Perry Rhodan entlehnt, und zwar dem Aphilie-Zyklu!
Nicht daß ich dies verurteile, aber als "Alt-Leser" ist es mir aufgefallen.

Trotzdem, gut geschrieben und man bekommt Lust, weiter zu lesen.
Gruß
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Re: Mrs. Lilith & Augustus – eine ungewöhnliche Partnerschaf

Beitragvon klein Meme » So 24. Mai 2015, 22:44

Also ich bin ja immer noch der Meinung das du Augustus zu einem Spezialisten bringen solltest.
Meme meint das auch... glaube ich. Aber sie findet die Geschichten von ihm immer ziemlich lustig.
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Re: Mrs. Lilith & Augustus – eine ungewöhnliche Partnerschaf

Beitragvon Lilith [EoT] » So 24. Mai 2015, 22:52

Nur wo findet man einen Spezialisten für psychische Erkrankungen eines Roboters? Ist ja nicht so, dass ich nicht schon mehrfach danach gesucht hätte.
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Re: Mrs. Lilith & Augustus – eine ungewöhnliche Partnerschaf

Beitragvon Jo`Baccaroo [UGC] » Mo 25. Mai 2015, 10:22

Sollte Jo`Ba auf seinen Reisen einem Dwemer begegnen schickt er ihn zu Dir.....
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Re: Mrs. Lilith & Augustus – eine ungewöhnliche Partnerschaf

Beitragvon Lilith [EoT] » Mo 25. Mai 2015, 14:03

Kapitel 3 – Intermezzo II

NEEEIIIIIIIINNNN….

Alles dreht sich um mich, ich sehe farbige Blitze in allen Regenbogenfarben und dazu noch solchen des eigentlich unsichtbaren Spektrums, bin nahezu taub und kann nur sehr schwer klar denken.

Langsam komme ich wieder etwas zur Ruhe und kann ein wenig von meiner Umwelt erkennen. Scheinbar bin ich in einem Krankenzimmer. Ein glatzköpfiger Mann steht an meinem Bett und redet pausenlos auf mich ein. Ich verstehe ihn nicht. Merkt er denn nicht, dass ich so gut wie nichts von dem verstehen kann was er zu mir sagt?

Wiederrum etwas später…
Noch immer redet der Mann vor mir und ganz allmählich höre ich seine Stimme. Noch immer aus weiter Ferne aber langsam doch etwas klarer werdend. Doch nun steht er mit fragendem Gesichtsausdruck vor mir. Was er nur gewollt hat mit seinem Redeschwall? Er setzt erneut zum sprechen an, dieses Mal jedoch betont langsam und deutlich aussprechend. Man habe mich aus der Hüpfer taumelnd im Werfbereich gefunden und zu ihm in die örtliche Ambulanz gebracht erklärt er mir. Er fragt mich ob ich mich an die vergangenen Stunden erinnern könne?

Ich überlege. Was war geschehen? Ja…ich war mit meiner Handelspython zurück ins System NA CHEM gekommen. Mein Ziel war ROHRSCHACH HORIZONS, die Station auf der meine gute Hüpfer in der Werft lag. Unmittelbar nach Eintritt in das System bekam ich von der Funkanlage einen Notruf zugespielt, der auf allen Frequenzen gesendet wurde. Und dieser kam von eben meiner Zielstation. Noch schlimmer, er galt mir?! Der örtliche Werftmanager forderte mich dringend auf schnellstmöglich zur Station zurück zu kommen. Das hatte ich ja sowieso vor. Aber mir schwante Böses.

Kaum war ich auf der Station angekommen und hatte mein Schiff verlassen war ich bereits von einem Pulk Werftarbeitern umringt die alle gleichzeitig auf mich einredeten. Kurz darauf drängte sich ein Hüne von wenigstens 2 Metern durch die Menge und sorgte mit einer heftigen Geste für Ruhe. Es stellte sich heraus, dass ich den Werftmanager vor mir hatte. Aus der Hüpfer kämen überlaute Schallkaskaden die alle seine Männer und Frauen in den Wahnsinn trieben. Wenn ich dies nicht auf der Stelle beenden würde wäre er gezwungen die Hüpfer aus der Station zu entfernen. Wie dies genau geschehen sollte lies er offen…

Also gut. Ich machte mich auf den Weg zu Hüpfer. Irgendeine gut meinende Frau drückte mir unterwegs einen Schallschutz in die Hand. Damit ausgerüstet betrat ich die Hüpfer, wobei der Schallschutz die lauten Töne ein wenig dämpfte. Jedoch nur marginal. Wer für den Aufruhr verantwortlich war lag für mich klar auf der Hand. Es konnte nur Augustus sein. Also machte ich mich geradewegs auf den Weg zu seiner Kabine, die er mir bei meinem letzten Besuch auf der Hüpfer abgerungen hatte. Je näher ich dieser kam, um so lauter wurde die Musik. Denn darum handelte es sich ja wohl, auch wenn man sie wohl kaum für Musik im normalen Sinn bezeichnen kann. Die Melodie, wenn man denn überhaupt so etwas daraus erkennen konnte, war sinnesverwirrend.
Nun stand ich vor der Kabinentür und wappnete mich für das was nun kommen mochte. Doch auf das was mich dann wirklich erwartete, war ich keinesfalls vorbereitet. Kaum hatte sich das Schott geöffnet als ich auch schon ins taumeln geriet. Die Kabine war ein Ort des Wahnsinns. Sie war jetzt auch viel größer als früher. Augustus musste wohl mindestens eine Trennwand zum Nachbarraum entfernt haben. Die Wände waren mit Psychedelischen Mustern in rot und grün bedeckt. Von diesen ging ein fast hypnotischer Einfluss aus. Dazu kamen ein Blitzlichtgewitter und dann die „Musik“. Das letzte was ich wahrnahm war meine Massageliege mitten im Raum auf der Augustus lag und sich vom Wahnsinn berieseln ließ.

Mit letzter Kraft warf ich mich zurück und schloss das Schott von außen. Meine Sinne verwirrten sich immer mehr. Aufrechtes gehen war mir nicht mehr möglich. So kämpfte ich mich auf allen vieren zur Zentrale. Die Zeit für den Weg dorthin kam mir wie Stunden vor. In Wahrheit können es jedoch nur Minuten gewesen sein. Die Hüpfer ist ja nicht gerade ein Schlachtschiff. Ich weiß nicht wie ich es schaffte aber irgendwie gelang es mir die Energiezufuhr zum Kabinentrakt zu blockieren. Wohltuende Stille breitete sich aus. Nach einigen Minuten des Ausruhens gelang es mir torkelnd auf die Beine zu kommen und, immer noch halb blind und nahezu taub die Hüpfer zu verlassen. Draußen in der Werft brach ich dann endgültig zusammen.

Zurück im Hier und Jetzt.
Also meine Erinnerung funktioniert noch so halbwegs. Auch fällt es mir zunehmend leichter wieder klare Gedanken zu fassen. Der Arzt sagt, es werden keine bleibenden Schäden zurück bleiben. Ich brauche nur Ruhe um wieder vollkommen in Ordnung zu kommen. Und dann…ja dann werde ich ein ernstes Wort mit August reden müssen. Eins ist jedoch vollkommen klar, so kann es nicht weiter gehen mit ihm.
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